Titelbild Donauradweg
 
1. Tag       27.5.2008      von Passau nach Mauthausen       122 km
  Morgens um 6 Uhr komme ich mit dem Nachtzug in Passau an. Zur Donau ist es nicht weit und die Ausschilderung des Radwegs ist einwandfrei. Der Fluß liegt im Nebel, der sich erst eine Stunde später langsam auflöst. Was soll man um 6 Uhr in Passau machen? Losfahren, genau.
Ich habe mir das (linke)  Nordufer ausgesucht, der Weg ist sehr gut ausgebaut, gut beschildert und führt direkt am Fluß entlang. Die Straße nebenan stört auf den ersten 17 km, weil dort der Berufsverkehr fließt. In Obernzell biegt die Straße ab und wird es ruhig, ich bin mit der Donau allein. Bei km 26 wird die Staatsgrenze von Österreich überquert, es geht weiter durch ruhiges Gelände, selten ist mal ein kleiner Ort zu durchfahren.
Bei einer Flussschleife ist der Radweg zu Ende. Die Schlögener Schlinge ist erreicht. Hier treten die Felsen dicht ans Ufer und es geht nur noch auf der rechten Seite weiter. Die Donau macht hier zwei 180 Grad-Wendungen hintereinander. Mit einer kleinen Fähre wird übergesetzt und auf der anderen Seite sind es nur noch gute zwei Kilometer bis Inzell, wo ich auf der Terrasse eines Gasthauses einen ersten Halt mit Kaffee und Kuchen mache. Es ist kurz nach 9 Uhr und 44 km sind schon geschafft.


Passau Donaubrücke
Passau Kloster Niedernburg
Jochenstein
Passau im Frühnebel
Passau, Kloster Niederburg Jochenstein
Nixe Isa am Jochenstein
Grenze Bayern-Österrreich
Fähre Au-Inzell
Nixe Isa am Jochenstein
deutsch-österreichische Grenze Fähre Au - Inzell
Begegnung auf dem Radweg
Ottensheim
Fähre Ottensheim
Gegenverkehr auf dem Radweg
Schloss Ottensheim
Fähre Ottensheim
Ich bleibe am rechten Ufer bis Aschach und wechsle dort wieder auf die linke Donauseite.. Der Weg führt jetzt weg vom Fluß nach Feldkirchen, hier wird eine kleine Rast gemacht und etwas getrunken. Es ist sehr heiß geworden und der Wind bläst frisch von vorn. Zwei Kilometer über Felder, dann 8 km wieder auf dem Deich mit Gegenwind.  Vor Ottensheim ist der Weg gesperrt und man muss über das Kraftwerk Ottensheim auf die andere Seite. Hier ist schöner Wald. Gegenüber Ottensheim geht es mit der Fähre wieder ans linke Ufer. Zum Marktplatz  geht es steil hinauf, aber er ist sehr malerisch hergerichtet, mit etlichen Lokalen. Hier wird nun Mittag gemacht. (13 Uhr, 87 km).
Bis Linz sind es 10 km, ich lasse es flugs rechts liegen, zu groß, zu viel Verkehr.
Weiter geht es durch Au-Landschaften und dann wieder auf dem Deich. Im Ort Abwinden, es ist nach 15 Uhr, wird noch ein Kaffee getrunken. Jetzt führt der Weg etwas weg vom Fluß durch eine Kette kleiner Orte und um 16:15 bin ich in Mauthausen und der Meinung, es reicht für Heute. Bei der Information lasse ich mir ein Zimmer reservieren und nehme im Mühlviertlerhof Quartier,  Noch eine kleine Rundfahrt durch den Ort und dann wird im Vorgarten des Hotels zu abend gegessen.
Mühlvieirtlerhof in Mauthausen
Mauthausen
Hochwassermarken
Mühlviertlerhof, Mauthausen
Mauthausen, Uferstraße
Hochwassermarken

2. Tag      28. Mai 2008      von Mauthausen nach Spitz      107 km
Die ersten 18 km sind geprägt von Gegenwind am langen, geraden Dammweg, beim Kraftwerk Wallssee-Mitterkirchen gibt es einen ersten Rastplatz, der gern von allen Radlern zum Verschnaufen genutzt wird. Zur Abwechslung geht es über Mitterkirchen und Mettensdorf etwas durch die Landschaft, bevor  wieder drei km am Ufer verlaufen. In Dornach wird eine Kaffeepause eingelegt. Nach weiteren fünf Kilometern, kurz vor Grein, wechsle ich auf die andere Flußseite, weil der Radweg auf der linken Seite auf oder neben der Bundesstraße verlaufen würde.
Der Uferweg führt lange Strecken durch Wald und es dauert, bis wieder mal eine Siedlung auftaucht. In Freyenstein, nach 47 km, wird die erste Möglichkeit zur Erfischung wahr genommen.
Es folgt eine lange Strecke immer dicht am Ufer, der Schatten spendende Wald ist angenehm, denn auch Heute ist es wieder heiß. Um 12:45 Uhr erreiche ich Ybbs, eine malerische Stadt mit hübschen Fassaden und mache eine Mittagspause. Ein Lokal direkt am Ufer und damit am Radweg  hat etliche Radtouristen angezogen.
Radweg
Grein
Persenbeug
beim Kraftwerk Wallsee-Mitterkirchen
Grein Schloss Persenbeug
Rathaus Ybbs
Flusskreuzfahrtschiff
Marbau und Maria Taferl
Rathaus Ybbs
Fluss-Kreuzfahrtschiff
Blick auf Marbach und Maria Taferl
Ausgeruht geht es auf der rechten Donauseite weiter nach Krummnußbaum und Pöchlarn. Das ist auch ein schönes Städtchen mit Uferpromenade und Oskar Kokoschka-Haus. Die 200 km-Marke meiner Donautour feiere ich mit einem Cappuccino. Noch 10 km, dann ist Melk errreicht. Hier legen Kreuzfahrtschiffe.an und fahren die Touristen busweise vor. In der einzigen Flaniergasse ist entsprechend Betrieb. Es ist vier Uhr nachmittags, ich genehmige mir einen Eiskaffee.
Hinter Melk fahre ich über die Brücke ans Nordufer. Gleich dahinter ist ein Infohäuschen des Tourismusverbandes. Hier lasse ich mir ein Zimmer in Spitz reservieren und mache mich entspannt auf die letzten 16 Kilometer. Das Hotel "Haus Österreich"  ist gut zu finden. Das Zimmer ist groß und hat einen Balkon mit Sitzmöbel und Aussicht auf die Weinberge. Zum Abendessen gehe ich hinüber zum Wachauer Hof und verspeise unter Kastanien landestypisch ein kleines Gulasch zum Wachauer Wein.
Melk Melk Schönbühl
Melk Melk Blick Richtung Schönbühl
Spitz Spitz Spitz
Mein Hotel in Spitz noch einmal, von der Seite Spitz, Schloss Erlauhof

3. Tag     29. Mai 2008     von Spitz nach Greifenstein      85 km
Hier in der Wachau geht es  an Weinbergen entlang nach Dürnstein. Große Touristenansammlung, weil hier Richard Löwenherz gefangen war und laut Sage durch seinen Freund, den Sänger Blondel, aufgespürt wurde. Eine enge Gasse führt durch den Ort, alte Häuser und Stadtmauer sind zu bestaunen. Nur 6 Kilometer weiter ist Krems erreicht.. Hier ist eine Kunstmeile am Weg, aber auch viel Verkehr. Es gibt einen für Radler ausgeschilderten Stadtrundweg. Durch ein Gewerbeviertel geht es weiter, die Krems entlang bis sie in die Donau fließt. Es folgt ein sehr langes Stück auf dem Deich. Der Gegenwind ist nicht schwächer geworden, wenigstens bringt er so dicht über dem Wasser Kühlung bei der Hitze. Beim Kraftwerk Altenwörth führt der Weg über die Donau an das rechte Ufer. Danach ist der Radweg wegen Bauarbeiten gesperrt, eine Umleitung geht über die Landstraße. Bei Bärndorf trifft man auf eine stark befahrene Straße. Ich schau erst einmal in den Ort hinein, ob es eine Gaststätte gibt. Ich finde eine Buschenwirtschaft, also ein Heuriger. Im Garten bin ich der einzige Gast, es gibt einen Imbiss und erfrischenden Traubensaft. Danach muss ich die stark befahrene Straße Richtung Zwentendorf nehmen, bis die Umleitung des Radweges  wieder abzweigt und an das Donauufer führt. Hier ist endlich wieder Schatten.
Radweg St. Michael Dürnstein
Radweg vor St. Michael St. Michael Dürnstein
KUnsthaus Dürnstein
Dürnstein
Burgruine Dürnstein
Kunsthalle Dürnstein Dürnstein
Burgruine Dürnstein
Der Radweg führt über Felder durch ein paar kleine Orte, dann ist Tulln erreicht. Eine hübsche Stadt mit Uferpromenade und Fußgängerzone. Auf dem Marktplatz werden gerade Ausgrabungen durchgeführt. Beim Schwarzen Adler mache ich Mittag. Mein Tacho zeigt 300 km seit Passau. Da ich erst am Freitag in Wien einrollen will, kann ich Heute etwas kürzer treten und beschließe, in Greifenstein  zu übernachten. Noch 15 km, dann bin ich da und finde im Braunen Bären eine Unterkunft.
Kunstmeile Krems Krems Tulln, Marc Aurel
Kunstmeile Krems Krems Marc Aurel in Tulln
Greifenstein Terrasse "zum Braunen Bären" Blick auf Greifenstein
Burg Greifenstein Terrasse des Gasthofes Greifenstein

4. Tag     30. Mai 2008     von Greifenstein nach Wien     40 km
Beim Kraftwerk Greifenstein geht es über die Donau auf die linke Donauseite. Sieben Kilometer am Deich entlang, dann ist Korneuburg erreicht. Da Wien nicht mehr weit ist und noch viel Zeit, mache ich einen Ausflug nach Kreuzenstein. Ein ordentlicher Radweg führt dahin. Zur Burg geht es mächtig bergauf, leider muss man nach der rasenden Bergabfahrt wegen einer Kreuzung am Ende bremsen.
Danach wieder zurück nach Korneuburg, weiter am Donauufer und über eine Brücke an die Nordspitze der Donauinsel. Hier beginnt das Freizeitgebiet, das sich bis hinter Wien erstreckt (2o km lang). Es gibt mehrere Wege, man kann mal am Ufer, mal oben auf dem Mittelweg fahren.  Ich fahre bis zur Reichsbrücke und dann rechts in die Stadt hinein zum Hotel und bin um 12;30 Uhr da, 315 km Donauradweg sind geschafft.

Ein sehr schöner Radweg, gut beschildert. Interessante Landschaften, hübsche Städtchen. Dazwischen auch langweilige Strecken, wenn es ewig geradaus am Decih lang geht.
Kreuzenburg Burg Kreuzenstein Rollfähre Klosterneuburg-Korneuburg
Kreuzenstein Burg Kreuzenstein Fähre Korneuburg
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Stand: 07. Juni 2008.