| Dieses Mal mache ich eine Tour wegen der Hotelbuchungen mit einem Reiseveranstalter. Bei Austria-Radreisen gebucht, kommen die Unterlagen dann von "Rückenwind".. Die Anreise nach Prag erfolgt mit dem Zug und ich nehme auch mein Rad mit. Das Hotel liegt in der Nähe des Bahnhofs neben dem Ausstellungsgelände Vistaviste und dahinter ist ein großer Park, der bis zur Moldau reicht. Eine Rundfahrt durch das anschließende Stadtviertel zeigt, dass es keine Radwege gibt, dafür viel Kopfsteinpflaster. Nach einer Einweisung durch die Reiseleitung kann man auf der Terrasse den Abend ausklingen lassen. Am nächsten Tag wird die Stadt erkundet, zu Fuß, mit Straßenbahn und Metro. Die Tageskarte für 100 Kronen (4 Euro) scheint mir recht preiswert zu sein. Überhaupt sind die Preise für Essen und Trinken sehr moderat. | ||
| Prag | ||
| Nach einem kräftigen Frühstück geht es vor neun Uhr los. Erst durch einen Park, dann die Moldau (Vltava) entlang . Ich weiche gleich vom Tourplan ab und nehme die linke Uferseite und setze nach ca. 5 km mit einer kleinen Fähre über und dann geht es auf dem "richtigen" Weg weiter. Meist geht es flach dahin, nur eine lange kräftige Steigung ist dabei. Heute geht es bis Melnik, wo die Moldau in die Elbe fließt. Es ist heiß und nach Melnik hinein geht es ordentlich den Berg hinauf. Zwischen Marktplatz, Kirche und Schloss sind ein paar Lokale, wo man im Schatten sitzen und sich erholen kann. Später fahre ich den Berg hinunter zum komfortablen Hotel am Rande der Stadt.. | ||
| Melnik | ||
| Am nächsten Tag geht es an der Elbe weiter. Über die Brücke wieder auf die linke Seite, nach Roudnice nad Labem mit schönem Schloss, schönem Marktplatz und einer Kaffeepause. Weiter erst am Fluss, dann auf ruhigen Landstrassen nach Terezin (Theresienstadt), mit weit gestreckter Festungsanlage - unter den Nazis Konzentrationslager und Ghetto. Trotz Bummelei bin ich mittags dann am Tagesziel, Litomerice. Das Hotel ist am Marktplatz und es bleibt Zeit für einen Rundgang und die Besteigung des Turmes des Kelchhauses, von wo man den größten Marktplatz der Tschechei überblicken kann.. | ||
| Litomerice | ||
| Der nächste Morgen fängt regnerisch an, mit leichtem Nieseln fahr ich am Elbüfer entlang bis Schreckenstein, dort beginnt es aus Kübeln zu gießen. Im Treppenhaus der Schleuse dort stelle ich mich unter. Nach einer Stunde lässt der Regen etwas nach und es geht weiter, nun auf Landstraßen, die teilweise unter Wasser stehen. Völlig durchnässt wird zum Ziel durchgeradelt. Die Stadt Usti nad Labem z.B. wird keines Blickes gewürdigt. | ||
| Bei Ankunft in Decin und Einkehr im Hotel am Marktplatz hört der Regen auf. Am Nachmittag, nach Dusche und in trockenen Sachen, kann ich mir Decin ansehen. Schönes Schloß, schöner Marktplatz aber alle Geschäfte geschlossen, es ist Nationalfeiertag.. | ||
| Decin | ||
| Der nächste Tag fängt wieder früh an. Das Gepäck muss ja immer bis 9 Uhr bereit stehen, das heisst auch, man fährt vor 9 Uhr los. Heute wieder auf der linken Seite der Elbe. Bald ist Deutschland erreicht, von einer Grenze ist allerdings nichts zu sehen. Es führt ein schöner Weg am Fluss entlang. Bei Bad Schandau über die Brücke und in die Stadt hinein, Uferpromenade ansehen und Marktplatz. Es sind 25 km geradelt, da gönn ich mir einen Kaffee und ein Stück Kuchen. Auf der rechten Elbseite geht es weiter steil hoch und dann eine lange Abfahrt bis zur Fähre Königstein, die mich wieder auf die andere Seite bringt. Ein schöner Uferweg führt zum Kurort Rathen, hier wird Mittag gemacht. | ||
| Durch das Elbsandsteingebirge | ||
| Pirna | ||
| Glatt und problemlos geht es bis Pirna, zum Hotel. Anschließend eine kleine Stadtrundfahrt. Nette Fußgängerzone und das Schloss leider mit Baugerüsten versehen. Auf Anraten des Hotel-Hausmeisters nehme ich am Folgetag die rechte Seite der Elbe unter das Rad. Auf ruhigen Landstraßen geht es nach Pillnitz, dort durch den großen Schlosspark. Gleich dahinter bringt mich eine Fähre wieder auf die linke Elbseite. Jetzt sind es nur noch 10 km bis Dresden. | ||
| Schloss Pillnitz | ||
| In Dresden mach ich erst einmal die Runde Semperoper, Zwinger, Frauenkirche, Fürstenzug der Wettiner etc. Natürlich sind viele Touristen unterwegs. Ich fahre über die Augustusbücke und am rechten Ufer die Elbe runter, Richtung Hotel, das hier irgendwo in Dresdner Neustadt liegt. In einer Strandbar(!) wird Pause gemacht und überlegt, wie der Rest des Tages zu verbringen ist. Auf der Karte entdecke ich Kötzschenbroda bei Radebeul, da wollte ich doch schon immer hin. Und da ich auf einer Radtour bin, will ich auch Rad fahren. Also werden die knapp 10 km angegangen. Erst durch städtischen Verkehr, dann über Land. Um 13 Uhr bin ich in Altkötzschenbroda und mache Mittag auf dem schattigen Grünstreifen mitten im Ort. | ||
| Dresden | ||
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Zurück nach Dresden den gleichen Weg, dann zum Hotel, das
Gepäck abholen und noch einmal in der Strandbar ein Radler (es ist
heiss und sonnig), schließlich zurück in die Stadt
Richtung Bahnhof. Vom Schloßplatz aus zieht sich eine
langer, breiter Fußgängerbereich bis zum Hauptbahnhof hin.
Mit nur wenigen Minuten Verspätung fährt der Zug nach
Berlin. Das war eine schöne Radtour, gut organisiert, schöne Strecke, abwechslungsreich. Insgesamt bin ich 300 km gefahren. |
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Von Wittenberge nach Lenzen und zurück am 17. August 2005
| Wie am 27.06. mit dem gleichen Zug zur selben Zeit in Wittenberge eingetroffen. Wieder durch die Stadt und am Kranhaus die Elbe erreicht. Diesmal geht es allerdings nach Norden, stromabwärts. Immer am Deich lang, man kann fast immer wählen, ob auf der Deichkrone (fester Sandweg) oder hinter dem Deich (Asphalt). Die ganzen 33 km bis nach Lenzen verlaufen so. | |||
| Das Kranhaus in Wittenberge | Am Deich | In den Elbtalauen | |
| Lenzen liegt 1,5 km abseits der Elbe und ist ein altes Städtchen mit historischem Stadtkern, die Geschichte geht bis auf slawische Befestigungen im 12. Jahrhundert zurück. Es gibt eine Burgruine mit Burgcafe, das aber den Charme der 50er Jahre DDR verströmt. Desgleichen der "Gewinnerbaum", ein Gasthaus mit Biergarten (2 Tische und reichlich Gerümpel). Deswegen fahre ich zurück zum Deich und im frisch hergerichteten Cafe des Sporthafens bin ich einziger Gast und werde ordentlich versorgt. Von dort sind es nur noch 200 m bis zur Fähre, denn hier ist der Wendepunkt erreicht, die Tour wird am Westufer stromaufwärts fortgesetzt. | |||
| Kirche in Lenzen | Der Stumpfe Turm in Lenzen | Elbfähre bei Lenzen | |
| Erst lass ich mich von den Schildern in die Irre führen. Erst viel später dämmert mir, dass "Gartow 12" weder eine Ziel- noch Entfernungsangabe ist, sondern ein Rundtour-Nummer. Da bin ich aber schon eine irren steilen Waldweg zur Schwedenschanze hochgefahren und habe eine lange Waldabfahrt gemacht, die ich wieder zuürckgefahren bin. Endlich habe ich mich nach der Karte orientiert und bin auf ganz ruhigen Straßen flott nach Gartow gekommen. Auf ruhigen Straßen und dann auch wieder ein Teil am Deich entlang erreiche ich Schnackenburg. Als ich das letzte mal hier war, war hier das Ende der westlichen Welt, es gab keine Fähre sondern nur Patrouillenboote der NVA zu sehen. Das hatte immerhin für reichlich Tourismus und viel Trubel gesorgt, davon ist heute nichts geblieben - nur die übliche Elbradwanderer. In der ehem. Zollstation, die mehr Beobachtungsstelle war (denn es gab ja keinen Grenzverkehr) ist jetzt ein Grenzlandmuseum untergebracht. | |||
| Grenzlandmuseum Schnackenburg | auch ein Teil des Radwegs | Uhrenturm in Wittenberge | |
| In einem netten Gartenlokal wird eine kleine Pause eingelegt, dann geht es weiter auf ruhigen Straßen und auch immer wieder am Deich entlang. Bald sind die mittlerweile vertrauten Brücken bei Wittenberge zu sehen. Ganz kurz verläuft der Elberadweg über eine Bundestraße, dann eine Brücke über Bahngleise. Im nächsten Ort links und wieder zurück zu den Gleisen, an ihnen entlang zur Elbbrücke. Der schmale Weg auf der Bahnbrücke (über 1 km lang) führt nun wieder nach Wittenberge zurück. Hier sieht man den Uhrenturm der Singer-Nähmaschinenwerke, die größte private Uhrenanlage des Kontinents. Das Ziffernblatt hat einen Durchmesser von 7,57 m. (Die Uhr im Siemensturm in Siemensstadt hat genau 5 m Durchmesser). | |||
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Von Wittenberge nach Havelberg und zurück am 27. Juli 2005
| Folgende Tour ist geplant: von Wittenberge auf der Westseite der Elbe stromaufwärts bis Havelberg und dann auf der Ostseite zurück nach Wittenberge. Die An- und Abreise von bzw. nach Berlin erfolgt mit der Bahn. | ||||
| Witttenberge | Am Kranhaus in Wittenberge | Blick auf Wittenberge | ||
| Um 9:40 Uhr ist Ankunft in Wittenberge, es geht zunächst direkt zur Elbe. Am Kranhaus steht seit 2001 die Skulptur "die Zeitreisenden". Ein kleines Stück nach Süden, und man kommt zur großen Eisenbahnbrücke. Sie hat einen Fußgänger- /Radweg und auf ihm geht es auf die andere Elbseite. Dort weisen die Schilder den Radwanderer auf der Deichkrone entlang nach Süden. In sanften Kurven geht es mal auf, mal neben dem Deich voran. Links ist die Elbe, mit vielen Nebenarmen und Ausbuchtungen, rechts oft Auwald aber auch Landwirtschaft. Selten ist mal ein kleines Dorf zu sehen. | ||||
| Radweg auf dem Deich (Westufer) | Elbauen | Werben (ehem. Hansestadt) | ||
| Hinter Kamps folgt ein kleiner (unfreiwilliger) Abstecher in Hinterland auf ruhigen Landstraßen. In Schönberg gibt es einen netten Imbiß an der Straße, die erste Rast ist fällig. Danach führt der Weg nach "Schönberg am Deich" und das ist kein leeres Versprechen, der oben beschriebene Deichweg geht weiter. Er führt nach Werben, einem kleinen Dorf mit großer Geschichte (Infos unter http://www.blaues-band.de/elbe/index.htm?werben.htm ). Von dort führt eine Pflasterstraße nach Räbel zur Elbfähre. Man kann das Pflaster auf einem Seitenstreifen gut umgehen. | ||||
| Elbtor in Werben (1470) | Auf der Fähre Werben | Havelberg | ||
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Zeitlich war die Ankunft bei
der Fähre optimal, sie legte gleich darauf ab. Auf der
anderen Seite sind es auf guter Straße und
anschließendem Radweg noch 3-4 km bis Havelberg. Wie der
Name verrät, fließt hier die Havel und von hier aus
noch ein gutes Stück parallel zur Elbe, bis sie bei
Gnevsdorf endgültig in ihr aufgeht.
Es ist Mittagszeit und am Markt von Havelberg gibt es
etliche Möglichkeiten, draußen zu sitzen und zu essen.
Danach führt der Weg nach Norden auf Landstraßen bis
nach Quitzöbel. Von dort geht an der Kirche vorbei ein
Geheimweg (keine Beschilderung) wieder zum Deichweg, nun
auf der Steuerbordseite der Elbe. Nach 10 Kilometer ist
Gnevsdorf (Havelmündung) errreicht und kurz dahinter
liegt Rühstädt, mit Storcheninformationszentrum. Die
Störche nutzen das auch reichlich, auf vielen Häusern
sind entspr. Nester.
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| Havelmündung, links die Elbe | Störche in Rühstädt | Rathaus Wittenberge | ||
| Weiter geht es flußabwärts. In Hinzdorf
liegt das Pfannkuchenhaus am Weg, hier sitzt man nett im
Grünen und eine kleine Pause zur Kaffeezeit ist
angebracht. Die restliche Strecke bis Wittenberge ist nur
noch im einstelligen Kilometerbereich, nun kann man die
verbleibende Zeit abschätzen. Ranhalten, um den
nächsten Zug zu bekommen oder trödeln und den Zug danach
nehmen? Ich entscheide mich fürs Trodeln und mache in
Wittenberge noch eine kleine Rundfahrt. Die 90 km sind
jetzt überschritten und am Bahnhof ist immer noch
reichlich Zeit bis der Zug 17:14 kommt. |
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