Europafernradweg R1

R1 in Augustdorf
Fernradweg R1 in Deutschland
Zwischenstand in Augustdorf (Teutoburger Wald) Den durch Deutschland führenden Teil habe ich in Abschnitten abgeradelt

 Jul 09  Münster-Goslar  Jun 05  Belzig-Wittenberg
Apr 05 Goslar-Halberstadt Sep 06 Belzig - Berlin
Sep 06 Thale-Dessau  Aug 05 Berlin - Belzig
Sep 06 Dessau-Wittenberg  Mai 06 Berlin - Oder
 Jun 08 Berlin - Oder

Von Münster nach Goslar am 21. - 23. Juli 2009
1. Tag: von Münster nach Verl (93 km)
Mit der Bahn fahre ich über Osnabrück nach Münster, kurz nach 12 Uhr bin ich da. Münster soll ja sehr schön sein, nur ist in der Innenstadt eine Großbaustelle neben der anderen. Das dichte Gewusel von Fußgängern macht es auch nicht leicht, etwas von den Fassaden zu sehen. Nach zwei kleinen Runden mache ich mich auf den Weg aus der Stadt hinaus. Richtig, es gibt Radwege und die Beschilderungen in Ordnung. Nur was das erhöhte Aufkommen von Radlern angeht, so kann ich dem kaum positive Aspekte abgewinnen. Die Mischung aus traumseligen Bummlern, die nicht auf ihre Umgebung achten und agressiven Rasern, die immer und überall die ersten sein müssen, ist  auch kein hoffnungsvolles Verkehrskonzept.
Wegweiser Alte Mühle im Wald Ab in den Wald
Aus der Stadt heraus führt ein schöner Asphaltweg, abseits des Verkehrs durch Wald und über Felder. Es ist warm und es sind etliche Radtouristen unterwegs. Es geht an Telgte vorbei zum nächsten größeren Ort, Warendorf. Hier ist der Sitz der Deutschen Reiterei und überall sind bunt bemalte Pferde aufgestellt. Weiter geht es der Ems entlang, immer in der Natur, Dörfer gibt es hier nicht, als nächster Ort wird Harsewinkel gestreift, dann Marienfeld. Gütersloh wird weiträumig umfahren, die Bäche am Wegesrand heissen Wapelbach und Ölbach. Schließlich erreiche ich Verl, den nächsten größeren Ort auf der Strecke. Es ist schon nach sechs und über 90 km sind genug für einen Nachmittag. Ich finde ein Hotel mitten in der Stadt. Gegenüber ist ein türkisches Restaurant, wo ich draußen als einziger Gast  im Biergarten sitze und unter dem Schirm vor dem beginnenden Regen geschützt bin.
Warendorf-Pferde überall in der Stadt Warendorf, Marktplatz Warendorf
Warendorf, Stadt der Pferde
2. Tag: von Verl nach Höxter (115 km)
Nachts hatte es heftig gestürmt und gewittert (hat man mir erzählt, ich habe fest geschlafen), am Morgen nieselte es noch munter. Nach einer Stunde wurde es wieder sonnig und warm. Überall auf den Wegen liegen abgebrochene Äste und die Wege durch den Wald sind feucht und moddrig. Nach einem Stück ruhiger Landstraße geht es in dichten Wald und dort treffe ich auf das Holter Schloss. Dann geht es wieder über die Felder, bei einer Straßenquerung ist ein Biergarten, hier wird eine kleine Pause gemacht. Heute sind weit und breit keine Radfahrer zu sehen, den ganzen Tag über treffe ich nur sechs Tourenradler, sind die vielen von gestern nur Schönwetterfahrer gewesen? [im Wetterbericht war von Schlechtwetterfront die Rede]
Bisher war alles flach gewesen, jetzt fängt die Gegend an sich zu wellen, ich komme an den Rand des Teutoburger Waldes. Ein Hinweis auf die Emsquellen läßt mich abbiegen, hier am Rand des Truppenübungsplatzes Senne entspringt also die Ems. Das ist ein feuchtes, sumpfiges Gerinne - aber man ist mal da gewesen.
An der Ems Schloss Holte Schloss Holte
An der Ems Schloss Holte
Emsquellen An der Emsquelle Mühle
An den Emsquellen Eine alte Mühle
Hier habe ich irgendwie den R1 verloren, es gibt aber Schilder, die nach Augustdorf führen, dort ist auch der R1. Auf glatter Straße ohne Verkehr am Truppenübungsplatz entlang erreiche ich Augustdorf, hier wird eine Kaffeepause eingelegt. Nun geht es auf dem R1 weiter. Hügelig geht es weiter, das Hermannsdenkmal lass ich aus, der Abstecher den Berg hinauf wäre mir jetzt zu viel. Das ist auch gut, denn nun geht es am Stadtrand von Detmold mächtig rauf und runter. Lange Steigungen in Richtung Externsteine folgen. Ein langer steiler Weg führt zu einer Bergkuppe, hier sind sie aber noch nicht, es geht wieder steil hinunter um im nächsten Ort wieder anzusteigen. Immer hinauf, es scheint kein Ende zu nehmen. Endlich sind die Externsteine erreicht, es hat sich doch gelohnt. Danach folgt eine rasende Abfahrt durch den Wald und Rast am Ausflugslokal Silbermühle Knieberg. Weiter durch Wald (Naturpark Eggegebirge) und über Felder, immer hügelig, an Nieheim vorbei und durch Marienmünster. Ab hier führt der Weg neben der Landstraße nach Höxter, das ich um halb sechs erreiche. Rechtzeitig, um im Informationsbüro nach einem Quartier für die Nacht zu fragen. Das klappt auch und ich habe noch Zeit, einmal durch die Fußgängerzone zu schlendern und etwas zu trinken. Zum Hotel sind es noch ein paar Kilometer, es liegt in Albaxen, auf dem Weg nach Holzminden, wohin ich morgen weiter fahren will.
Externsteine Externsteine Über die Hügel
Die Externsteine Blick übers Land
Höxter Höxter Weser bei Holzminden
Höxter Weser bei Holzminden
3. Tag: von Höxter nach Goslar (116 km)
Um halb Neun steht die Sonne schon hoch am Himmel. Es geht in Richtung Weser und zur Brücke bei Holzminden hinüber. Nach  20 km, bei Stadtoldendorf kommt eine kräftiger Regenschauer, den ich teilweise in einem Wartehäuschen abwarte und als das dickste vorbei ist, geht es weiter . Bald hört der Regen auf und es wird fast freundlich und sehr warm. Der gute Radweg führt über Felder und kleine Orte mit einigen Steigungen bis Einbeck erreicht ist. Hier schaue ich mal über den Marktplatz und mache in der Fußgängerzone eien Kaffeepause. Dann fahre ich an der Leine entlang bis Kreiensen. Hier werden im Supermarkt  Obst und Getränke gekauft. Auf dem Land sind die Geschäfte nachmittags meist geschlossen, das gilt auch für Gaststätten außerhalb der Touristenzentren. Über eine Kuppe komme ich dann nach Bad Gandersheim. Fachwerkhäuser und Kurpark werden kurz wahrgenommen, die Domfestspiele haben den Platz vor dem Dom eingenommen, ich lese nur "Romeo und Julia im weißen Rössl" und fahre weiter Richtung Harz. Der nächste Regenguss trifft mich auf offener Straße, nichts zum Unterstellen. Ich beeile mich ins nächste Dorf, da ist aber auch keinerlei Unterstand zu finden, kein Vordach, keine Markise, kein Hauseingang. Also geht es bei nachlassendem Regen weiter nach Langelsheim.und auf direktem Weg, neben der Straße, nach Goslar. Hier fängt es wieder heftig zu regnen an, eine Stadtbesichtigung entfällt daher. Ich steuere den Bahnhof an und besorge mir die Fahrkarten für die Rückfahrt. Eine halbe Stunde später kommt der Zug und auch der Anschluss in Halle (Saale) klappt wunderbar. Das war genau die Zugverbindung, die ich mir bei der Planung herausgesucht hatte.
Das war eine anstrengende aber schöne Tour, landschaftlich sehr abwechslungsreich, die Wege waren fast durchgehend sehr gut.
Einbeck Einbeck Leine
Einbeck Leine
Bad Gandersheim Bad Gandersheim Blick auf den Harz (bei Seesen)
Bad Gandersheim Blick auf den Harz
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Von Goslar nach Halberstadt am 22. und 23.04.2005

Ein typischer Blick auf das Harz-Vorland.
Am Rande des Ostharzes auf dem Radweg R1 (meistens jedenfalls, die Beschilderung war manchmal lückenhaft, da gab es unfreiwillige Ausflüge).Das Wetter war sonnig aber vor allem am ersten Tag kühl. Seltsamerweise war es bergauf sehr warm, bei den Abfahrten hingegen recht kalt - wie das wohl kommt....
Rechts: Eine der allgegenwärtigen Brockenhexen.
1. Tag: von Goslar nach Wernigerode (ca. 50 km)
Am Markt in Goslar Die Kaiserpfalz in Goslar

In Goslar
Mit dem IC fuhr ich nach Hannover, von dort mit der Regionalbahn nach Goslar, Ankunft gegen 11 Uhr. Eine kleine Stadtrundfahrt war angesichts der schönen Fachwerkhäuser in der Altstadt Pflicht. Um den Einstieg in den Radweg R1 zu finden, ging es schon ordentlich den Berg hoch. So bestand der erste Tag insgesamt zu einem Drittel aus steilen Anstiegen, zu einem Drittel aus Geradeausfahrten und zu einem Drittel aus rasenden Abfahrten. Gut, dass ich vorher neue Bremsklötze montiert hatte und das Spinning-Training hat sich auch als hilfreich erwiesen. Wenn es auf halber Höhe am Harzrand durch den Wald ging, waren die Wege meist schön breit. Es folgten Abstecher ins Tal durch kleine Ortschaften. Bei Bad Harzburg geht es um den Ort herum ins Flachland und dann wieder hinauf in den Wald. 
Der nächste größere Ort Ilsenburg wurde nur gestreift und gegen halb drei hatte ich Wernigerode erreicht. Ich fuhr etwas durch die Innenstadt und die Fußgängerzone. Zufällig entdeckte ich dabei mein Hotel (ich hatte einen Übernachtungsgutschein und die Reservierung von Berlin aus klar gemacht). Also wurde erst eingecheckt und dann nochmal die Stadt erkundet - Durst und Hunger hatten sich auch gemeldet.
Brockenbahn in Wernigerode Schloß Wernigerode Wernigerode, am Markt
In einer Metzgerei gab es deftige Hausmannskost, die mit einem Hasseröder (aus einem Ortsteil von Wernigerode) runtergespült wurde.
Im Hotel konnte ich das Rad im Fahrradkeller des Personals unterstellen. Ich nahm ein heißes Bad (gut für die Muskeln) und schlief beim Fernsehen bald ein.
Am nächsten Morgen genehmigte ich mir ein ausgiebiges Frühstück am üppigen Buffet und wartete mit dem Start bis 9:30, denn nachts war die Temperatur auf Null Grad gesun- ken und ich wollte die wärmenden Sonnenstrahlen abwarten.
Wernigerode, Fußgängerzone   Wernigerode, Rathaus
2. Tag: von Wernigerode nach Halberstadt (ca. 70 km)
Auf der Strecke von Wernigerode über Blankenburg und Thale nach Quedlinburg waren die Steigungen nicht ganz so heftig wie tags zuvor, es gab aber immer noch genügend zu strampeln.
Benzingerode Blankenburg Wegweiser (untypisch)
Blankenburg hat alte winkelige Gassen und auf einem kleinen Platz mit Brunnen habe ich eine kleine Pause gemacht. Auch hier ging es aus dem Ort heraus erst einmal steil den Berg hinauf, vorbei am Schloß. Hier ist noch viel alte DDR zu sehen. Auch in Thale, wo die Einkaufstraße zwar neu hergerichtet ist (mit den üblichen Straßenmöbeln). Aber am Samstag um 12 Uhr ist kein Mensch auf der Straße!
Wasserscheide Weser/Elbe  Gegen zwei Uhr war ich in Quedlinburg, meinem Tourziel. Auf dem Marktplatz war ein Cafe neben dem anderen, überall konnte man draußen sitzen. Es waren auch etliche Touristen unterwegs. Ich machte Mittag und kam zum Entschluß, dass es für die Rückfahrt noch viel zu früh war und machte mich statt dessen auf den Weg nach Halberstadt. Hier gab es keine Beschilderung eines Radweges, es mußte mit der Karte und der Nase nach gehen.  Thale: Odin an der Quelle der Weisheit
Quedlinburg, Markt Quedlinburg, Dom
Es ging eine Weile gut, dann war die Ortsverbindung zum nächsten Dorf durch eine Riesenbaustelle unterbrochen. Das Hindernis konnte gerade so bewältigt werden, der Sand war trocken und fest. Nach der Ortsdurchfahrt ging es immer geradeaus und immer bergauf auf einem Feldweg. Nach der Kuppe ging es wieder hinab, jedoch war der Weg bei Nässe von Traktoren befahren worden, entsprechend waren jetzt die getrockneten Spurrillen abzureiten. Der Weg wurde schlechter und schwang sich auf den nächsten Hügel hinauf - und kein Hinweis, ob und wie es auf der anderen Seite weiter geht. Glücklicherweise war bald ein Ort erreicht und die letzten Kilometer konnte ich auf dem guten Radweg neben der Hauptstraße nach Halberstadt fahren. Am Bahnhof war noch Zeit für eine Tasse Kaffee, bevor es mit der Regionalbahn nach Magdeburg ging. Dort gab es Anschluß an den RE nach Cottbus. Es war eine ruhige Fahrt bis Werder. Dort war Baumblütenfest und Tausende wollten mit dem Zug zurück nach Potsdam und Berlin. Der Ausstieg in Wannsee war entsprechend schwierig.
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Stand: 24.Juli 2009