Radwanderweg Berlin - Usedom

 18.08.2008 Bernau - Angermünde 20.08.2008 Angermünde - Pasewalk
 29./30.06.09 Pasewalk- Usedom
1. Etappe
Die Anfahrt von Berlin nach Bernau mache ich mit der Bahn, denn den Weg (identisch mit dem Pankeweg) bin ich schon öfters geradelt. Am Bahnhof Bernau finden sich die Hinweisschilder und durch die Stadt geht es zur alten Stadtmauer. Ein ganzes Stück an dieser gut erhaltenen bzw. restaurierten Mauer entlang über eine Kreuzung und dann auf den Radweg nach Ladeburg, zunächst der Straße entlang.. Dann führt der neu angelegte Radweg weg vom Verkehr in den Wald. Meistens asphaltiert, mit einigen kleinen Steigungen geht es abwechslungsreich nach Biesenthal. Hier kurz über die Ortsdurchfahrt, dann wieder hinein in die Natur. Man überquert erst den Finowkanal, dann den Oder-Havel-Kanal und noch den Werbellin-Kanal. Am letzten Kanal fahre ich bis zum Werbellinsee und am linken Ufer entlang bis Joachimsthal, das am Nordende des Sees liegt. In Joachimsthal gibt es eine Schinkelkirche und zwei Restaurants, die Ruhetag haben.

Bernau- AngermündeAngermünde - Pasewalk
Stadtmauer Bernau
Radweg nach Briesenthal
Eiche auf dem Marktplatz Biesenthal
Stadtmauer Bernau
Radweg nach Biesenthal Biesenthal
Schleuse am Werbellin-Kanal am Werbellinsee Bisospährenreservat Schorfheide
Schleuse am Werbellin-Kanal
am Werbellinsee Biosphärenreservat Schorfheide
Es geht weiter durch den Wald und ganz kleine Ortschaften. In Glambeck z.B. gibt es eine Fahrradkirche. Hier ist es ganz schön hügelig. Hinter Steinhöfel ist vor und hinter der Autobahnüberquerung eine schlechte Wegstrecke, grobes Gestein auf naturbelassenem Waldweg. Hier gibt es plötzlich einen lauten Knall und mein Sattel ist lose. Die Halterung ist noch da, aber der Sattel kippt nach hinten. Weiterfahren kann ich nur, indem ich auf dem vorderen Tei des Horns sitze. Das ist nicht bequem und somit ist das heutige Tourende beschlossen. Nur noch zum nächsten Bahnhnof, das wäre Warnitz in 5-6 km Entfernung. An einer Kreuzung ohne Hinweisschilder muss ich wohl falsch abgebogen sein, denn nach ein paar Kilometern auf stark befahrener Straße ist nur Angermünde angezeigt. Bevor ich noch lange herumsuche fahre ich halt die 11 Kilometer nach Angermünde zum Bahnhof. Weil ich den Fahrplan kenne, weiss ich, dass ich ganz passend hin komme.
Tageskilometer: 105
Fahrradkirche Glambeck Angermünde Reste der Burg Angermünde
Fahrradkirche in Glambeck Angermünde Burg Angermünde
Kunst am Mündesee-Ufer Kunst am Mündesee Radweg Berlin-Usedom
am Mündesee-Rundweg am Mündesee- Uferweg Radweg bei Stegelitz






2. Etappe
Fortsetzung der Tour zwei Tage später. Heute fahre ich mit dem Zug bis Angermünde. Hier finde ich einen Radweg, der abseits des Verkehrs an der Mündesee-Promenade entlang Richtung Westen zum Usedom-Radweg führt. Nach 8,5 km habe ich den Fernradweg erreicht und fahre einen Teil  noch einmal. Vor allem einen Abschnitt mit vielen Steigungen und den schlechten Weg, der meinen Sattel zerstört hat. Diese Mal achte ich besonders darauf, den Weg nach Warnitz nicht zu verpassen. Ich finde auch einen Abzweig von der Dorfstraße, den ich beim ersten Mal übersehen hatte, vielleicht wegen Gegenverkehr?. Ein schöner Waldweg folgt und bald bin ich in Sukow. Und damit schon wieder falsch, denn Warnitz liegt am anderen Ufer des Oberuckersees. Zurückfahren? Nein, am linken Ufer des Sees geht auch ein Weg nach Norden. Zunächst ist mal eine Pause fällig. Das gastronomische Angebot ist sehr dünn und die Werbetafel vom Kastaniengarten verlockend. Der ist in Flieth, dem Nachbarort querab, leider erst einmal steil den Berg hoch.  Gegenüber  einer Kirchen-Ruine ist das Gasthaus mit Biergarten. Während des Wartens auf das Essen geht ein kleiner Schauer nieder, die große Kastanie hält ihn gut ab,.
Zurück zum Oberuckersee und einen guten Radweg, der dann mal in den Wald und steil hinauf führt. Auf der anderen Seite die Belohnung. Weiter über Felder und bald ist Potzlow erreicht. Hier treffe ich wieder auf den Original Usedom-Radweg. Nach einem Kaffee im kleinen Cafe fahre ich den von Schilf gesäumten Radweg am linken Unteruckersee-Ufer und bald sieht man Prenzlau mit der dominaten Marienkirche.
Ich fahre in Prenzlau die großzügige Uferpromenade ab, bevor es weiter geht.
Es geht abwechslungsreich über Wiesen und Felder und durch kleine Orte. Ein Regenschauer mit böigem Wind erwischt mich auf freier Straße. Kurz vor dem Ziel führt der Weg über die höchste Kuppe weit und breit mit schöner Fernsicht, danach um so angenehmer sehr flott nach Pasewalk hinein. Viel Zeit zum Umschauen bleibt nicht, nur alle zwei Stunden fährt ein Zug nach Berlin und mir bleibt gerade noch Zeit zum Kauf der Fahrkarte und eines Erfrischungsgetränks. Der Zug hat ein paar Minuten Aufenthalt und so kann ich bequem ein fast leeres Fahrradabteil finden.
Tageskilometer: 90
Unteruckersee mit Prenzlau Kirche Nechlin Uecker in Pasewalk
Prenzlau Kiche in Nechlin die Uecker in Pasewalk  



3. Etappe
Karte mit Radroute

Fortsetzung des Radweges von Pasewalk nach Usedom. Mit der Regionalbahn bis Pasewalk, durch die Stadt zum Radweg. Die Ausschilderung ist dezent aber ausreichend, man wird richtig auf den Weg geführt. Es sind 18 Grad, der Himmel ist trüb und es gibt leichten Gegenwind. Zunächst ist ein langes Stück durch Kiefernwald zu radeln, auf einem relativ neuen glatten Asphaltband,  links die Straße und rechts ein Truppenübungsplatz. So geht es bis Torgelow, dann überquere ich die Uecker und  der Radweg führt über Felder, meist in der Nähe des Flusses nach Eggesin und dann nach Ueckermünde. Hier ist der erste Hafen, ich bin an der Ostsee. Weiter über Grambin nach Mönkebude, hier ist ein großes  Freizeitgelände am Hafen.
An der Uecker
Hagfen in Ueckermünde
Steinschleuder
die Uecker Hafen Ueckermünde Mange = Steinschleuder
Marktplatz Ueckermünde Hafen Mönkebude Radweg
Marktplatz Ueckermünde Hafen Mönkebude untypisch: schmaler Weg
Es geht über Feldwege weiter, hinter Leopoldhagen  werden aus dem schönen Radweg die altbekannten Panzerplattenspuren, die nun bis Anklam in wechselnder Qualität vorherrschen. Man kommt in das Anklamer Stadtbruch, das ist ein großes Naturschutzgebiet. Einst war es ein riesiges Moor, mit entspr. Torfabbau. 1995 ist es nach einem Dammbruch überschwemmt worden und wird nun der Natur überlassen - als "Wiedervernässungsgebiet". Große Wasserflächen und vielartige Pflanzen- und Tiergemeinschaften sind die Folge.
In Anklam ist vor allem das Steintor auffällig, der Marktplatz ist ähnlich neu hergerichtet wie in allen größeren Orten der Gegend. Ich such und finde mein Hotel abseits in einer Wohngegend und fahre dann noch einmal in die Stadt, um mich umzusehen und zu Abend zu essen. (79 km)
Moorgebiet vor Anklam Anklamer Stadtbruch (Moor) Wegweiser vor Anklam
Anklamer Stadtbruch, das ist ein großes Naturschutzgebiet (Moor) die üblichen Radwegschilder
Steintor in Anklam Pulverturm in Anklam Marktplatz Anklam
Steintor in Anklam Pulverturm in Anklam Marktplatz in Anklam
Am nächsten Morgen ist es schon um 9 Uhr so warm, dass ich mit kurzem Hemd und Hose fahren kann. Es geht in einem Halbkreis übers Land die 15 km zur Brücke  bei Zecherin. Die Brücke über den Peenestrom ist hochgezogen, um Segler durch zu lassen. Es dauert eine Viertelstunde, bis die Autos und ich als einziger Radfahrer rüber zur Insel Usedom  können. Kurz nach der Brücke geht der Radweg weg vom Verkehr über ruhige Seitenstraßen nach Dargen und Zirchow. Jetzt folgt durch den Wald eine lange Steigung, die bei Korswandt noch einmal eine Steigerung erfährt, bis endlich die rasante Abfahrt nach Ahlbeck erfolgen kann. Hier ist das erste Ostseebad erreicht - und es ist genau so, wie erwartet.
Eine lange Strandpromenade mit vielen Touristen, eine Kette von weissen Hotels und großen Villen im Gründerzeitstil. Heringsdorf wird fast unbemerkt passiert, weil es am Strand irgendwie alles gleich aussieht. Ebenso Seebad Bansin.
Danach verändert sich der Charakter des Radwegs erheblich. Es geht in den Wald und den Berg hinauf.
An der Peenestrom-Brücke bei Zecherin Usedom Usedom
Peenestrom bei Zecherin Usedom Usedom
Ahlbeck Ahlbeck Weg zum Strand
Promenade Ahlbeck Ostseebad Ahlbeck Weg zum Strand
Strandleben Ueckeritz Trafohäuschen in Ueckeritz
Strandleben Ueckeritz Ueckeritz
Koserow Brücke nach Wolgast Hafen Wolgast
"Koserower Salzhütte" Brücke nach Wolgast Hafen Wolgast

Die nächsten 14 km gehen so weiter, viel Wald, viele Steigungen und Gefälle, der Strand ist in Rufweite. Man muss aber durch die Düne, um ihn zu sehen.  Ückeritz wird passiert und dann kommt Koserow. Danach wird es wieder flach, in   Zinnowitz wieder eine Promenade (viele Blumen, viele Statuen und Kunstobjekte in den Parkanlagen). Die üblichen  Restaurants und Hotels und nach einigen Kilometern geht es ab von der Küste Richtung Wolgast. Nach etwa 10 km auf dem Radweg neben der Straße erreicht man auf einem Schleichweg (erstmalig auf dieser Strecke keine vernünftige Ausschilderung) die Brücke und verläßt die Insel. In Wolgast  fahre ich erst einmal zum Bahnhof, um die Abfahrtszeiten zu ermitteln.  (Tageskilometer:95 km)

Dummerweise kommt in diesem Moment der Zug. Nichts mit Café - Pause oder Stadtbesichtigung, es geht gleich in die Bahn. Mit der UBB (Usedomer Bäderbahn) geht  es bis Züssow und dort in wenigen Minuten vom gleichen Bahnsteig weiter mit der DB nach Berlin.

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Stand: 1. Juli 2009.