Am 2. August 2002


Mit D-OKTO von Teupitz nach Golßen

Mitfahrer: Iris, Petra, Christian, Ramon und Pilot Thomas
Wetter: schön, bei 25 °C und fast windstill
Wegstrecke: ca. 16 km, im leichten Bogen von Teupitz nach Süden und dann nach SSO bis Altgolßen, direkt am Bahndamm der Linie nach Doberlug-Kirchhain.

Nach zwei Terminabsagen wegen widriger Witterung wurde es am Freitagnachmittag ernst: telefonisch war der Treffpunkt durchgegeben worden: 18:30 auf einem Penny-Parkplatz in KönigsWusterhausen. Die Mitreisenden hatten sich eingefunden, wir stärkten uns auf unserer Terrasse mit einem Kaffee und um halb fünf ging es los. Christian machte dankenswerterweise den Chauffeur und zügig erreichten wir viel zu früh den Treffpunkt. Nach und nach verdichtete sich der Eindruck, daß wir nicht die Einzigen dort waren, die auf die Balloncrew warteten. Kurz vor halb sieben kamen Iris' Eltern (mit dem neuen Auto). Der Vater, ein alter Ballöner, redete uns gut zu (die Frauen brauchten das!) und versprach, das ganze auf Video festzuhalten - was er auch getan hat.

Pünktlich kamen zwei geländegängige Fahrzeuge mit großen Anhängern vorgefahren und 10 Aspiranten mit Anhang versammelten sich zum Briefing (so nennen wir Luftfahrer die Besprechung des Ablaufs). Aufgrund der Windverhältnisse wurde der Startplatz bei Teupitz gewählt. Die Passagiere wurden auf die zwei Autos verteilt und los ging es über die Autobahn zu einem freien Gelände südlich von Teupitz. Hier wurden die beiden Ballone ausgepackt und ordentlich Wind gemacht, um sie aufzublähen. Dann wurde der Brenner gezündet (sehr heiß und sehr laut) und um 20:00 Uhr hieß es einsteigen, wir starten.

Im Lärm des Brenners erhoben wir uns sanft in die Lüfte. Falls jemand im Korb Bammel gehabt haben sollte, war nach wenigen Minuten davon nichts mehr zu spüren. Die Fahrt war ruhig und angenehm, der Ausblick wurde z.T. wortreich genossen. Unser Pilot Thomas beantwortete geduldig alle Fragen und strömte soviel Ruhe und Zuverlässigkeit aus, daß sich auch bei den Ballonneulingen eine heitere Gelassenheit einstellte. So fuhren wir über das dichtbewaldete Baruther Urstromtal. Die Halle des Cargolifters bei Brand leuchtete weit über die Bäume hinaus, die Wasserflächen der Seen sahen wie Spiegel aus und die untergehende Sonne tauchte die Landschaft in ein weiches Licht.

Die Verfolger (so heißt die Bodentruppe, die uns nach der Landung wieder aufnimmt) wurden per Funk nach Golßen dirigiert. Dicht über die Baumwipfel fegend mit einem letzten Feuerstoß aus dem Brenner über die Fahrleitung der Bahn setzend, landeten wird sanft auf einem freien Feld neben dem Bahndamm. Mit Hilfe aller Beteiligten wurde der Ballon geborgen und im Anhänger verstaut.

Die Dunkelheit war schon hereingebrochen als die unvermeidliche Ballontaufe zelebriert wurde.Das letzte Mal, als wir so in der Reihe knieten, war evtl. bei der Konfirmation gewesen. Brav wurde der Spruch nachgebetet und dann ging es an die Taufe. Das Hantieren mit dem Feueranzünder schien niemanden zu beunruhigen, nur der Sekt, der in das Genick lief, war Grund für einige Aufregung. Die neu erworbenen Titel wurden verlesen und die Taufurkunden überreicht.

Genau so war es, das versichert

Freiherr Ramon, luftiger Wildschreck im Abendwind über den Sümpfen von Golßen


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Stand: 30. April 2003.