Ostfriesland

Aug 05 Varel, Jever usw. Aug 04 Ammerland Aug 03 Ems-Jade-Kanal

Kreuz & quer durch Ostfriesland, 22. bis 25. August 2005

22.08. Bad Zwischenahn - Varel - Astederfeld (70 km)
Um halb Eins trifft der IC in Bad Zwischenahn ein. Die Bahnhofstraße ist Fußgängerzone und hier im Kurort sind viele Spaziergänger unterwegs. Ich fahre nach rechts durch den Ort und dann nordwärts am Ostufer des Zwischenahner Meeres. Wiefelstede heißt das erste Ziel. Hier wird in einem Imbiß eine kleine Rast gemacht. Das Wetter ist bedeckt aber trocken, bei leichtem Wind herrschen Temperaturen um die 20 Grad. Weiter geht es auf Radwegen und kleinen Landstraßen (auch hier meist separate Radwege) nach Jaderberg und schließlich Varel am Jadebusen. Ich schau mich in der Stadt und am Hafen etwas um und dann fahre ich nach Westen. Über Bockhorn und Grabstede erreiche ich genau um 18 Uhr Astederfeld, wo schon ein warmes Abendessen auf mich wartet.
Wiefelstede Varel, Schlachtmühle Varel, Hafen
23.08. Astederfeld - Jever - Hooksiel - Wilhelmshaven - Astederfeld (95 km)
Nachausgiebigem Frühstück geht es bei bedecktem Himmel nach Norden, bis Neuenburg. Dann nach links an der Rutteler Mühle vorbei nach Friedeburg. Dahinter quere ich den Ems-Jade-Kanal, es wird waldig und auf dem Radweg neben ruhigen Landstraßen komme ich nach Jever. Hier gibt es wieder eine Fußgängerzone, einen großzügigen Marktplatz und ein Schloß. Der Künstlerbrunnen auf dem Platz ist mit beweglichen Sagenfiguren bestückt. Ja, und die berühmte Friesische Brauerei umrunde ich auch. Da ich mich nicht entschließen kann, einzukehren - der Zeitaufwand ist mir zu hoch - versorge ich mich in einer Bäckerei mit leckeren Backwaren und fahre weiter nach Nordosten, Richtung Hooksiel. Der Weg aus der Stadt ist nicht einfach zu finden, ich brauche zwei Anläufe und fahre auf einem schmalen Asphaltweg längs eines Kanals auf gut Glück, weil die Richtung passt. Der Kanal heißt laut Karte Hooksieler Tief und der Weg stellt sich als der Richtige heraus.
Jever Jever, Markt Jever (mit Schloß)
Er führt in Kurven durch die ruhige Landschaft, bis Hooksiel kommen jetzt keine Ortschaften, nur noch Landwirtschaft. Hooksiel liegt am Jadebusen und hat einen schönen Badestrand (hat man mir erzählt). Am Hafen kann man entspannen, es ist nichts los. Es ist 15 Uhr und der Heimweg ist noch lang, also weiter nach Süden, an den Außenbezirken von Wilhelmshaven vorbei nach Sande. Ohne Pause nach Neustadtgödens, Zetel und Neuenburg. Eintreffen in Astederfeld wieder pünktlich um 18 Uhr und wieder genau zur Abendessenszeit.
Hooksiel, Hafen mit Packhäuser Rad vor Anker gegangen Hooksiel, mit Künstlerhaus
24.08. Astederfeld - Remels - Augustfehn - Westerstede - Astederfeld (75 km)
Heute will ich mal nach Westen, Remels ist das erste Ziel. Kleine Landstraßen und asphaltierte Wirtschaftswege stehen am Anfang, dann der Radweg neben einer stärker befahrenen Straße. Bald gibt es wieder einen Abstecher auf ruhige Wege. Remels hat außer der Durchgangsstraße leider nicht soviel zu bieten. An der Kirche ist ein Fleischerei-Imbiß, der eine gute Auswahl an Stärkungen für Radfahrer bietet - Mittagspause.
Remels Nordgeorgsfehnkanal Nordgeorgsfehnkanal
Danach geht es nach Süden, immer am Nordgeorgsfehnkanal entlang. Ein langer Name, es ist aber auch ein sehr langer Kanal. Er ist rechts und links besiedelt, immer ein Haus neben dem anderen, alle mit großem Garten. Der Wind bläst kräftig von vorn, so muß man ständig mit Kraft in die Pedale treten, obwohl es total flach ist. Genau um 13:30 macht der Weg einen Knick nach Westen und nun steht der Wind viel günstiger. Jetzt verläuft der Weg neben dem Südgeorgsfehnkanal.

am Südgeorgsfehnkanal

Hengstforder Mühle

typisches Friesenhaus
Mit Rückenwind geht es schnell nach Augustfehn und kurz dahinter ist die Hengstforder Mühle erreicht. Hier ist ein Hotel mit schönem Biergarten und nebenan eine Badeanstalt. Nach einem Cappuccino geht es weiter nach Westerstede. Mit einem kleinen Umweg über den Markt fahre ich Richtung Neuenburg an einer dicht befahrenen Straße nach Norden. Der Wind schiebt und Linswege und Bredehorn sind schnell erreicht. Nun sind wieder ruhige Nebenstraßen angesagt und Astederfeld bald erreicht.
25.08. Astederfeld - Bad Zwischenahn (30 km)
Heute regnet es durchweg, mal als Sprühregen, dann wieder ist leichter Landregen. Ich fahre nach Westerstede, auf Wegen, die mir nun bekannt sind. In der Fußgängerzone nehme ich einen Cappuccino zur Aufmunterung, dann geht es den Wegweisern nach in Richtung Bad Zwischenahn. Jetzt führt der Weg oft durch Wald oder unter großen Bäumen, das schützt vor Regen und Wind. Auf der Westseite des Zwischenahner Meeres komme ich nach Bad Zwischenahn, fahre einmal die ganze Flaniermeile rauf und runter und finde dann im Café am Markt ein schönes Plätzchen. Kurz vor Eins mache ich mich auf den Weg zum Bahnhof, der Zug fährt pünktlich und ich habe (zunächst - und dann wieder ab Magdeburg) ein Abteil für mich.
Bad Zwischenahn Bad Zwischenahn, Bahnhofstr. Bad Zwischenahn
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Ammerland, 17. bis 19. August 2004

1. Tag
Mit dem Zug nach Oldenburg (Oldenburg), mit dem Rad den
Ammerländer Weg nach Astederfeld zu meiner Nichte Biggi (ca 60 km).

2. Tag
Rundtour nach Dangast am Jadebusen. Dann nach Wilhelmshaven,
den Ems-Jade-Kanal entlang bis Friedeburg und zurück nach
Astederfeld (92 km).

3. Tag
Von Astederfeld über Westerstede, Bad Zwischenahn nach
Oldenburg (50 km). Mit dem Zug zurück nach Berlin.

1. Mit dem pünktlichen und wenig besuchten IC bin ich nach Oldenburg gefahren (Umsteigen in Hannover am selben Bahnsteig, der Anschlußzug stand schon da). Entgegen der "schaurigen" Wettervorhersage war es angenehm warm, überwiegend sonnig bei mäßigem Wind. Zunächst ging es nach Norden aus Oldenburg heraus und bei Loy auf den Ammerländer Radweg.
Vor Rastede führte der Weg durch ein Stück Urwald, in Rastede auf verschlungenen Wegen
(gut ausgeschildert) durch eine Parklandschaft mit großem Reiterstadion zu einem schloßartigen Anwesen, das laut Schrift am Eingang "Rast-Staedte" hieß. Es war aber keine Raststätte - so weit zur Diskussion über die Rechtschreibreform.
Weiter ging es über Wiefelstede und Petersfeld nach Linswege und von dort den "Meer"-Radweg direkt zum Tagesziel Astederfeld.
Bei Biggi gab es eine freudige Begrüßung, zu Essen und zu Trinken und eine Dusche.

Von links nach rechts:

Urwald bei Rastede

Rastede "Rast-Staedte"

Wegweiser reichlich

Das "Gast"-Haus
2. Nach ausführlichem gemütlichen Frühstück ging es los Richtung Jadebusen. Die Wege waren gut beschildert, es gab wenig bis keinen Autoverkehr. Auf kleinen Nebenstraßen errreichte ich bald Dangast und besuchte das Nationalparkhaus. Weiter fuhr ich bis zum Ufer und machte am Hafen eine kleine Mittagspause. Das Meer war gerade abwesend - Ebbe.
Von dort ging es auf und hinter dem Deich entlang nach Wilhelmshaven. Dank des starken Rückenwinds erreichte ich die Stadt recht flott und fuhr am Hafen direkt am Ems-Jade-Kanal entlang wieder heraus Richtung Sande. Hier blies der Wind kräftig von vorn, auf die Dauer eine sehr nervige Sache. Bis auf die
Höhe von Friedeburg kämpfte ich mich nach Westen, dann mußte ich wegen Wassernot dort Nachschub fassen. Weiter ging es nach Süden über Neuenburg zurück nach Astederfeld. Dort wurde ich wieder umsorgt und konnte mich erholen. Abends wurde draußen gegessen,
Harry spendierte ein Bier nach dem anderen und schließlich wurde noch Olympia und Fußball-Länderspiel geguckt.
Die Kinder hatten ihren letzten Ferientag.

fries. Totempfahl

Nationalparkhaus Dangast................

Oben: Dangast am Jadebusen

Rechts: Am Deich nach Wilhelmshaven

Unten: am Ems-Jade-Kanal

 
Oben: Rutteler Mühle
 
Links: Amerika bei Friedeburg
 
Rechts: Strohpuppe bei Neuenburg
Unten: Abendessen auf der Terrasse
3. Die Kinder mußten in die Schule, ich konnte entspannt frühstücken. Um 11 Uhr fuhr ich Richtung Westerstede los. Heute blies ein kräftiger Wind, mindestens Stärke 4-5, ich meine, es war auch mal 6-7 dabei. Auch in Westerstede gab es reichlich Hinweisschilder für Radfahrer, trozdem habe ich mitten im Ort die falsche Route erwischt, bin viel zu weit nach Süden abgedriftet. Es waren aber schöne Nebenstraßen und irgendwann habe ich auch die Spur nach Bad Zwischenahn wieder aufgenommen. Dort war ich dann 12:30 auf der Kurpromenade und habe Mittag gemacht.
Von dort nach Oldenburg waren es nur noch 15 km und auf guten Wegen habe ich das Stück noch hingeschaukelt. Eine Viertelstunde vor Abfahrt war ich am Bahnhof, der Zug stand schon da. Bis Hannover war es sehr angenehm, der Anschlußzug war dann rappelvoll. Noch vor Wolfsburg habe ich aber einen schönen Platz gehabt und konnte bequem bis Spandau fahren, dort bin ich in die S-Bahn gestiegen und war kurz vor 20 Uhr zuhause.

Bei Astederfeld

Westerstede... Bad Zwischenahner Meer
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Ems-Jade-Kanal, 19. bis 21. August 2003

Die Tour führte von Bad Zwischenahn nach Sande bei Wilhelmshaven und dann den Ems-Jade-Kanal entlang und weiter bis nach Leer. Der Kanal ist 73 km lang, wurde 1882-1897 gebaut und verbindet die Jadebucht (Wilhelmshaven) mit dem Dollart (Emden). Die Gründe für den Bau waren militärisch, er dient aber auch der Entwässerung der Moorlandschaft.

Die wichtigsten Erkenntnisse vorweg:
* Im Emsland gibt es ein sehr gut ausgebautes Radwegenetz. In allen Ortschaften sind durchweg Radwege angelegt, die Einheimischen fahren auch viel Rad.
* Der Friese grüßt immer mit "Moin", auch spät nachmittags.
* Wer keinen Gegenwind mag, sollte im Emsland immer von West nach Ost radeln.

Mit dem pünktlichen und wenig besuchten IC bin ich nach Bad Zwischenahn gefahren, um beim Aussteigen festzustellen, dass ich tatsächlich nach wochenlanger Hitze und Dürre den ersten Regentag erwischt hatte. Zuhause hängt die tollste Regenbekleidung aber ich war gemäß Wetterbericht nur auf Bewölkung mit geringer Schauerneigung eingerichtet. Da das Land hier durchgehend mit Radwegen ausgestattet ist, bin ich wohlgemut losgestrampelt, nach Norden, das erste Tagesziel hatte ich mir ja genau auf der Karte angesehen. Kurz vor dem Ziel habe ich an einer Kreuzung den entscheidenden Hinweis nicht gefunden und bin im Nachbarort hin und her gefahren. In einem Kiosk habe ich den hilfreichen Tip bekommen und bin dann nach 35 km statt der nötigen 23 bei meiner Nichte Biggi in Astederfeld glücklich angekommen. Dort gab es einen herzlichen Empfang, heiße Dusche, warme Mahlzeit und kühles Bier. Wir saßen mit der Familie bis spät abends auf der Terasse. Ausgeruht und gut gefrühstückt ging es am nächsten Morgen wieder auf die Strecke.

Zetel, Kirche

Der Ems-Jade-Kanal

Kirchturm in Wiesens

Richtung Norden nach Zetel und weiter nach Sande, das war der Plan. Die zahlreichen Hinweisschilder für Radwanderer haben mich sehr gefreut, konnten aber nicht verhindern, dass ich in Zetel auf Abwege kam. "Urwaldstraße" und "Urwaldhotel" hätten mich stutzig machen sollen, ich bin erst im nächsten Ort darauf gekommen, dass die Sonne nicht von vorn scheinen sollte. Also wieder links ab Richtung Nord und irgendwann auf den richtigen Weg. (Gerade morgens, wenn man voller Elan die Tour angeht, schmerzen Umwege; der Tagesplan mit den angedachten Teilzielen droht einem aus dem Ruder zu laufen.)
Gegen Mittag war ich in Sande angekommen und nach einem kleinen Imbiß auf der Parkbank vor dem Krankenhaus ging es an den Ems-Jade-Kanal. Hier führt eine schöner Weg immer am Kanal entlang. Das Land ist weit und flach, man kann die Aussicht genießen und ist dem heftigen Westwind ungeschützt ausgesetzt. Flott ging es immer am Kanal entlang bis Upschört, dort im Friesenkrug beim Alsterwasser habe ich das Quartier bei Aurich festmachen können. Ausgeruht wurden die restlichen 23 km bis Wiesens bei Aurich in Angriff genommen. In Wiesens können sie dicke Kirchtürme machen, ansonsten ist hier außer dem Bus nach Aurich nichts los. Es war noch nicht vier Uhr, ich bin noch ein bischen durch den Ort und nach Aurich geradelt, habe dort außer dem Supermarkt nichts weiter angesehen. Mit rund 75 km schien mir das genug für den Tag, nach dem Abendessen im Hotel bin ich früh ins Bett gesunken.

Nochmal: Ems-Jade-Kanal

Wegelagerer

Leer, am Hafen

Nach einem guten Frühstück ging es am Kanal weiter, an Aurich vorbei in Richtung Emden. Morgens war es noch frisch und klamm, nach einer Stunde kam die Sonne durch und ich war dankbar, wenn der Uferweg dicht bewachsen war, dann war es windgeschützt und schattig. Die letzten Kilometer vor Emden ging es aber über offenes Land, der Wind blies ordentlich. Dort traf ich auch die Schafe, die hier nicht nur so aussehen wie Felsbrocken, die benahmen sich auch so. Keinen Millimeter rückten die sich. Von der Stadt Emden habe ich nur den hübschen Hafen in Augenschein genommen. Weiter fuhr ich die Küstenstraße nach Süden. Bei der Ditzumer Fähre sollte der Radweg eigentlich direkt am Deich weiter führen, er war aber trotz Hinweistafeln gesperrt. Anwohner erklärten, dass Umweltschützer den Weg hätten sperren lassen, zum Schutz von Nistplätzen seltener Vögel - Dankeschön! So radelte ich weiter hinter dem Deich entlang, ohne das Wasser zu sehen, an einer Straße entlang. Nur beim Emssperrwerk konnte man mal über den Deich und sich die Ems ansehen. Endlich erreichte ich Leer, das sich als sehr schöne Stadt erwies, mit Fahrradstraßen, Fußgängerzone und Uferpromenade. Am Ernst-Reuter-Platz habe ich im Straßencafe gesessen und mich gefragt, was unser ehem. Bürgermeister mit Leer zu tun hat. Eine Tafel gab Auskunft: er hat hier seine Jugend verbracht. Zum Mauerbau 13.8.61 war auch eine Gedenktafel vorhanden, das fand ich von den Leerern einen netten Zug. Um 16:43 ging es pünktlich mit dem IC wieder in Richtung Heimat. Der Tacho zeigte 192 km Gesamtstrecke an.
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Stand: 26. August 2005.