| 22.08. Bad Zwischenahn - Varel - Astederfeld (70 km) | |||
| Um halb Eins trifft der IC in Bad Zwischenahn ein. Die Bahnhofstraße ist Fußgängerzone und hier im Kurort sind viele Spaziergänger unterwegs. Ich fahre nach rechts durch den Ort und dann nordwärts am Ostufer des Zwischenahner Meeres. Wiefelstede heißt das erste Ziel. Hier wird in einem Imbiß eine kleine Rast gemacht. Das Wetter ist bedeckt aber trocken, bei leichtem Wind herrschen Temperaturen um die 20 Grad. Weiter geht es auf Radwegen und kleinen Landstraßen (auch hier meist separate Radwege) nach Jaderberg und schließlich Varel am Jadebusen. Ich schau mich in der Stadt und am Hafen etwas um und dann fahre ich nach Westen. Über Bockhorn und Grabstede erreiche ich genau um 18 Uhr Astederfeld, wo schon ein warmes Abendessen auf mich wartet. | |||
| Wiefelstede | Varel, Schlachtmühle | Varel, Hafen | |
| 23.08. Astederfeld - Jever - Hooksiel - Wilhelmshaven - Astederfeld (95 km) | |||
| Nachausgiebigem Frühstück geht es bei bedecktem Himmel nach Norden, bis Neuenburg. Dann nach links an der Rutteler Mühle vorbei nach Friedeburg. Dahinter quere ich den Ems-Jade-Kanal, es wird waldig und auf dem Radweg neben ruhigen Landstraßen komme ich nach Jever. Hier gibt es wieder eine Fußgängerzone, einen großzügigen Marktplatz und ein Schloß. Der Künstlerbrunnen auf dem Platz ist mit beweglichen Sagenfiguren bestückt. Ja, und die berühmte Friesische Brauerei umrunde ich auch. Da ich mich nicht entschließen kann, einzukehren - der Zeitaufwand ist mir zu hoch - versorge ich mich in einer Bäckerei mit leckeren Backwaren und fahre weiter nach Nordosten, Richtung Hooksiel. Der Weg aus der Stadt ist nicht einfach zu finden, ich brauche zwei Anläufe und fahre auf einem schmalen Asphaltweg längs eines Kanals auf gut Glück, weil die Richtung passt. Der Kanal heißt laut Karte Hooksieler Tief und der Weg stellt sich als der Richtige heraus. | |||
| Jever | Jever, Markt | Jever (mit Schloß) | |
| Er führt in Kurven durch die ruhige Landschaft, bis Hooksiel kommen jetzt keine Ortschaften, nur noch Landwirtschaft. Hooksiel liegt am Jadebusen und hat einen schönen Badestrand (hat man mir erzählt). Am Hafen kann man entspannen, es ist nichts los. Es ist 15 Uhr und der Heimweg ist noch lang, also weiter nach Süden, an den Außenbezirken von Wilhelmshaven vorbei nach Sande. Ohne Pause nach Neustadtgödens, Zetel und Neuenburg. Eintreffen in Astederfeld wieder pünktlich um 18 Uhr und wieder genau zur Abendessenszeit. | |||
| Hooksiel, Hafen mit Packhäuser | Rad vor Anker gegangen | Hooksiel, mit Künstlerhaus | |
| 24.08. Astederfeld - Remels - Augustfehn - Westerstede - Astederfeld (75 km) | |||
| Heute will ich mal nach Westen, Remels ist das erste Ziel. Kleine Landstraßen und asphaltierte Wirtschaftswege stehen am Anfang, dann der Radweg neben einer stärker befahrenen Straße. Bald gibt es wieder einen Abstecher auf ruhige Wege. Remels hat außer der Durchgangsstraße leider nicht soviel zu bieten. An der Kirche ist ein Fleischerei-Imbiß, der eine gute Auswahl an Stärkungen für Radfahrer bietet - Mittagspause. | |||
| Remels | Nordgeorgsfehnkanal | Nordgeorgsfehnkanal | |
| Danach geht es nach Süden, immer am Nordgeorgsfehnkanal entlang. Ein langer Name, es ist aber auch ein sehr langer Kanal. Er ist rechts und links besiedelt, immer ein Haus neben dem anderen, alle mit großem Garten. Der Wind bläst kräftig von vorn, so muß man ständig mit Kraft in die Pedale treten, obwohl es total flach ist. Genau um 13:30 macht der Weg einen Knick nach Westen und nun steht der Wind viel günstiger. Jetzt verläuft der Weg neben dem Südgeorgsfehnkanal. | |||
am Südgeorgsfehnkanal |
Hengstforder Mühle |
typisches Friesenhaus |
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| Mit Rückenwind geht es schnell nach Augustfehn und kurz dahinter ist die Hengstforder Mühle erreicht. Hier ist ein Hotel mit schönem Biergarten und nebenan eine Badeanstalt. Nach einem Cappuccino geht es weiter nach Westerstede. Mit einem kleinen Umweg über den Markt fahre ich Richtung Neuenburg an einer dicht befahrenen Straße nach Norden. Der Wind schiebt und Linswege und Bredehorn sind schnell erreicht. Nun sind wieder ruhige Nebenstraßen angesagt und Astederfeld bald erreicht. | |||
| 25.08. Astederfeld - Bad Zwischenahn (30 km) | |||
| Heute regnet es durchweg, mal als Sprühregen, dann wieder ist leichter Landregen. Ich fahre nach Westerstede, auf Wegen, die mir nun bekannt sind. In der Fußgängerzone nehme ich einen Cappuccino zur Aufmunterung, dann geht es den Wegweisern nach in Richtung Bad Zwischenahn. Jetzt führt der Weg oft durch Wald oder unter großen Bäumen, das schützt vor Regen und Wind. Auf der Westseite des Zwischenahner Meeres komme ich nach Bad Zwischenahn, fahre einmal die ganze Flaniermeile rauf und runter und finde dann im Café am Markt ein schönes Plätzchen. Kurz vor Eins mache ich mich auf den Weg zum Bahnhof, der Zug fährt pünktlich und ich habe (zunächst - und dann wieder ab Magdeburg) ein Abteil für mich. | |||
| Bad Zwischenahn | Bad Zwischenahn, Bahnhofstr. | Bad Zwischenahn | |
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1.
Tag |
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| 1. Mit dem pünktlichen und wenig
besuchten IC bin ich nach Oldenburg gefahren
(Umsteigen in Hannover am selben Bahnsteig, der
Anschlußzug stand schon da). Entgegen der
"schaurigen" Wettervorhersage war es
angenehm warm, überwiegend sonnig bei mäßigem
Wind. Zunächst ging es nach Norden aus Oldenburg
heraus und bei Loy auf den Ammerländer Radweg. Vor Rastede führte der Weg durch ein Stück Urwald, in Rastede auf verschlungenen Wegen (gut ausgeschildert) durch eine Parklandschaft mit großem Reiterstadion zu einem schloßartigen Anwesen, das laut Schrift am Eingang "Rast-Staedte" hieß. Es war aber keine Raststätte - so weit zur Diskussion über die Rechtschreibreform. Weiter ging es über Wiefelstede und Petersfeld nach Linswege und von dort den "Meer"-Radweg direkt zum Tagesziel Astederfeld. Bei Biggi gab es eine freudige Begrüßung, zu Essen und zu Trinken und eine Dusche. |
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Urwald bei Rastede Rastede "Rast-Staedte" Wegweiser reichlich |
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| Das "Gast"-Haus | |||
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| 2. Nach ausführlichem gemütlichen
Frühstück ging es los Richtung Jadebusen. Die
Wege waren gut beschildert, es gab wenig bis
keinen Autoverkehr. Auf kleinen Nebenstraßen
errreichte ich bald Dangast und besuchte das
Nationalparkhaus. Weiter fuhr ich bis zum Ufer
und machte am Hafen eine kleine Mittagspause. Das
Meer war gerade abwesend - Ebbe. Von dort ging es auf und hinter dem Deich entlang nach Wilhelmshaven. Dank des starken Rückenwinds erreichte ich die Stadt recht flott und fuhr am Hafen direkt am Ems-Jade-Kanal entlang wieder heraus Richtung Sande. Hier blies der Wind kräftig von vorn, auf die Dauer eine sehr nervige Sache. Bis auf die Höhe von Friedeburg kämpfte ich mich nach Westen, dann mußte ich wegen Wassernot dort Nachschub fassen. Weiter ging es nach Süden über Neuenburg zurück nach Astederfeld. Dort wurde ich wieder umsorgt und konnte mich erholen. Abends wurde draußen gegessen, Harry spendierte ein Bier nach dem anderen und schließlich wurde noch Olympia und Fußball-Länderspiel geguckt. Die Kinder hatten ihren letzten Ferientag. |
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fries. Totempfahl |
Nationalparkhaus Dangast................ |
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Oben: Rutteler
Mühle
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| 3. Die Kinder mußten in die Schule,
ich konnte entspannt frühstücken. Um 11 Uhr
fuhr ich Richtung Westerstede los. Heute blies
ein kräftiger Wind, mindestens Stärke 4-5, ich
meine, es war auch mal 6-7 dabei. Auch in
Westerstede gab es reichlich Hinweisschilder für
Radfahrer, trozdem habe ich
mitten im Ort
die falsche Route erwischt, bin viel zu weit nach
Süden abgedriftet. Es waren aber schöne
Nebenstraßen und irgendwann habe ich auch die
Spur nach Bad Zwischenahn wieder aufgenommen.
Dort war ich dann 12:30 auf der Kurpromenade und
habe Mittag gemacht. Von dort nach Oldenburg waren es nur noch 15 km und auf guten Wegen habe ich das Stück noch hingeschaukelt. Eine Viertelstunde vor Abfahrt war ich am Bahnhof, der Zug stand schon da. Bis Hannover war es sehr angenehm, der Anschlußzug war dann rappelvoll. Noch vor Wolfsburg habe ich aber einen schönen Platz gehabt und konnte bequem bis Spandau fahren, dort bin ich in die S-Bahn gestiegen und war kurz vor 20 Uhr zuhause. |
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Bei Astederfeld |
Westerstede... | Bad Zwischenahner Meer | |
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Die wichtigsten Erkenntnisse
vorweg: |
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Mit dem pünktlichen und wenig
besuchten IC bin ich nach Bad Zwischenahn
gefahren, um beim Aussteigen festzustellen, dass
ich tatsächlich nach wochenlanger Hitze und
Dürre den ersten Regentag erwischt hatte.
Zuhause hängt die tollste Regenbekleidung aber
ich war gemäß Wetterbericht nur auf Bewölkung
mit geringer Schauerneigung eingerichtet. Da das
Land hier durchgehend mit Radwegen ausgestattet
ist, bin ich wohlgemut losgestrampelt, nach
Norden, das erste Tagesziel hatte ich mir ja
genau auf der Karte angesehen. Kurz vor dem Ziel
habe ich an einer Kreuzung den entscheidenden
Hinweis nicht gefunden und bin im Nachbarort hin
und her gefahren. In einem Kiosk habe ich den
hilfreichen Tip bekommen und bin dann nach 35 km
statt der nötigen 23 bei meiner Nichte Biggi in
Astederfeld glücklich angekommen. Dort gab es
einen herzlichen Empfang, heiße Dusche, warme
Mahlzeit und kühles Bier. Wir saßen mit der
Familie bis spät abends auf der Terasse.
Ausgeruht und gut gefrühstückt ging es am
nächsten Morgen wieder auf die Strecke.
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Zetel, Kirche |
Der Ems-Jade-Kanal |
Kirchturm in Wiesens |
| Richtung Norden nach Zetel und
weiter nach Sande, das war der Plan. Die
zahlreichen Hinweisschilder für Radwanderer
haben mich sehr gefreut, konnten aber nicht
verhindern, dass ich in Zetel auf Abwege kam.
"Urwaldstraße" und
"Urwaldhotel" hätten mich stutzig
machen sollen, ich bin erst im nächsten Ort
darauf gekommen, dass die Sonne nicht von vorn
scheinen sollte. Also wieder links ab Richtung
Nord und irgendwann auf den richtigen Weg.
(Gerade morgens, wenn man voller Elan die Tour
angeht, schmerzen Umwege; der Tagesplan mit den
angedachten Teilzielen droht einem aus dem Ruder
zu laufen.) Gegen Mittag war ich in Sande angekommen und nach einem kleinen Imbiß auf der Parkbank vor dem Krankenhaus ging es an den Ems-Jade-Kanal. Hier führt eine schöner Weg immer am Kanal entlang. Das Land ist weit und flach, man kann die Aussicht genießen und ist dem heftigen Westwind ungeschützt ausgesetzt. Flott ging es immer am Kanal entlang bis Upschört, dort im Friesenkrug beim Alsterwasser habe ich das Quartier bei Aurich festmachen können. Ausgeruht wurden die restlichen 23 km bis Wiesens bei Aurich in Angriff genommen. In Wiesens können sie dicke Kirchtürme machen, ansonsten ist hier außer dem Bus nach Aurich nichts los. Es war noch nicht vier Uhr, ich bin noch ein bischen durch den Ort und nach Aurich geradelt, habe dort außer dem Supermarkt nichts weiter angesehen. Mit rund 75 km schien mir das genug für den Tag, nach dem Abendessen im Hotel bin ich früh ins Bett gesunken. |
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Nochmal: Ems-Jade-Kanal |
Wegelagerer |
Leer, am Hafen |
| Nach einem guten Frühstück ging es am Kanal weiter, an Aurich vorbei in Richtung Emden. Morgens war es noch frisch und klamm, nach einer Stunde kam die Sonne durch und ich war dankbar, wenn der Uferweg dicht bewachsen war, dann war es windgeschützt und schattig. Die letzten Kilometer vor Emden ging es aber über offenes Land, der Wind blies ordentlich. Dort traf ich auch die Schafe, die hier nicht nur so aussehen wie Felsbrocken, die benahmen sich auch so. Keinen Millimeter rückten die sich. Von der Stadt Emden habe ich nur den hübschen Hafen in Augenschein genommen. Weiter fuhr ich die Küstenstraße nach Süden. Bei der Ditzumer Fähre sollte der Radweg eigentlich direkt am Deich weiter führen, er war aber trotz Hinweistafeln gesperrt. Anwohner erklärten, dass Umweltschützer den Weg hätten sperren lassen, zum Schutz von Nistplätzen seltener Vögel - Dankeschön! So radelte ich weiter hinter dem Deich entlang, ohne das Wasser zu sehen, an einer Straße entlang. Nur beim Emssperrwerk konnte man mal über den Deich und sich die Ems ansehen. Endlich erreichte ich Leer, das sich als sehr schöne Stadt erwies, mit Fahrradstraßen, Fußgängerzone und Uferpromenade. Am Ernst-Reuter-Platz habe ich im Straßencafe gesessen und mich gefragt, was unser ehem. Bürgermeister mit Leer zu tun hat. Eine Tafel gab Auskunft: er hat hier seine Jugend verbracht. Zum Mauerbau 13.8.61 war auch eine Gedenktafel vorhanden, das fand ich von den Leerern einen netten Zug. Um 16:43 ging es pünktlich mit dem IC wieder in Richtung Heimat. Der Tacho zeigte 192 km Gesamtstrecke an. | ||
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