Fussballreise Drasov

12. bis 14. Juni 2003


   

Die Drasover, Gäste auf unserem Jubiläumsturnier 2002, hatten uns zu ihrem Kleinfeldturnier eingeladen. Mit Unterstützung der Betriebsleitung, Herrn Kläring, konnten wir der Einladung folgen und eine Fußballreise in die Tschechei unternehmen.

Inhalt

Hinfahrt Brno Turnier Schluss
Übernachtung Drasov Siegerehrung  


Hinfahrt

Pünktlich, wie gewohnt, sammelten sich die Reisenden am Donnerstag um 12 Uhr beim Pförtner Motardstr. in Erwartung des Busses. Beim Durchzählen kamen wir immer wieder nur auf 8, alle anderen hatten ihre Zusage nicht eingehalten. Es ist doch erstaunlich, welche heimtückischen Schläge das Schicksal für uns bereit hält, die uns daran hindern, gegebene Versprechen nicht einhalten zu können: Geburtstage lieber Freunde, Besuch von Verwandten, Hochsommerwetter usw.

Nach längerer Suche war dann auch der Bus aufgetrieben worden ("Parkplatz Siemens" ist in Siemensstadt nicht gerade ein präziser Treffpunkt). Schnell waren die Taschen verstaut und nach der erfreulichen Feststellung, dass der Bus mit Klimaanlage ausgestattet war, konnten wir es uns in seinem Inneren bequem machen (wir waren ja nur 8 statt 15). Dann hätte es losgehen können, Richtung Tschechien. Hätte, wenn und aber. Der Fahrer erkundigte sich, ob alle ihren Ausweis oder Pass dabei hätten, denn es geht ja über die EU-Grenze. Sportkamerad Sch. (voller Name der Redaktion bekannt) erläuterte der Reisegesellschaft, dass er immer ohne Papiere reist aber wenn es denn unbedingt gewünscht wird, bitte, dann kann man ja eben seinen Ausweis von zuhause abholen, ist garnicht weit. Also fuhren wir statt nach Süden erst einmal in die beschaulichen Gassen Nord-Reinickendorfs, wo die herbeitelefonierte Frau Gattin vor der Tür mit dem Ausweis wartete. Dann ging es wirklich los, über die AVUS auf den Ring und Richtung Dresden. Vor Senftenberg verließen wir die Autobahn, der Fahrer hatte einen schleichenden Platten ausgemacht und wollte sich auf die Suche nach einem Ersatzreifen machen. Wir wurden zur Zwischenverpflegung bei einer Hamburgerstation abgesetzt.
Von da an ging es weiter auf der Landstraße durch eine schöne Landschaft zur Grenze, immer weiter durch Wälder und über Höhen, an Bautzen vorbei. Es dunkelte bereits und das Ziel war noch lange nicht in Sicht. Man möge mir verzeihen, wenn ich die Strecke nicht genau verfolgen konnte, aber seit der Abfahrt in der Motardstr. bis zur Ankunft am Zielort war die Aussenwelt gewissermaßen von uns abgeschnitten, hatten wir doch im Innern volles Programm. Es würde zu weit führen, auf Einzelheiten einzugehen, nur die zwei Hauptthemen seien erwähnt:

1. Milch und warmer Kakao waren sehr schnell ausgetrunken und somit der Rest des Kindergeburtstags nur mäßig lustig, zumindest für den einzigen Erwachsenen an Bord.

2. das mehrstündige verbale Aufwärmtraining steigerte sich bis zur Verheißung, am nächsten Tag die Gegner ganz alleine schwindelig zu tanzen und dass die Aufnahme von Flüssigkeit jeder Art der Formsteigerung nur förderlich sein könne.

Nach 22 Uhr erreichten wir Tisnov, ein paar Kilometer von Drasov entfernt und parkten am Marktplatz beim Hotel "Kvetnice" ein. Zwei Herren der Betriebsleitung aus Drasov, Herr Kytner und Herr Baldauf, empfingen uns herzlich und luden uns zu einem Begrüßungstrunk und Imbiss ein. Wir saßen vor dem Hotel in warmer Nachtluft, und erholten uns von der langen Autofahrt.

 

Busfahrer Ulli

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Hotel in Tisnov

Die Zimmer und die sanitären Einrichtungen erwiesen sich als hervorragend und der viertel- stündliche Glockenschlag von der Kirchenglocke (er klang, als ob Quasimodo Rheuma hätte) wurde bald nicht mehr wahrgenommen.
Das große 6-Uhr-Läuten war dann schon wieder ganz deutlich zu vernehmen und das Zeichen, langsam wieder in die Gänge zu kommen.
Rechtes Bild: Blick vom Hotelzimmer auf den Marktplatz
 
Am Samstag war auf dem Marktplatz ein Oldtimer-Treffen. Vom Moped bis zur Luxus- limousine war vieles aufgeboten. Von einigen Fahrzeugen hätte man es nicht für möglich gehalten, dass es so etwas überhaupt gibt, geschweige denn, dass es auf der Straße
fahren darf.

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Besichtigung Brünn

Um 8:30 war Treffen zur Stadtbesichtigung von Brno (Brünn). Zum Frühstück war Herr Kläring zur Stelle und hatte Herrn Rudolph als Verstärkung für die Mannschaft mitgebracht. Außerdem hatte sich unsere charmante Führerin Frau Lackova eingefunden, die uns die Stadt Brünn zeigen wollte. Kurz vor 9 Uhr ging es los, die rund 25 km ging es meist über die Autobahn.

Brünn ist die Metropole Mährens und mit über 400.000 Einwohner die zweitgrößte Stadt in Tschechien. Es ist schön in hügeligem Umland an zwei Flüssen gelegen. Über der Stadt thront die Burg Spielberg, in der Stadt gibt es viele Klöster, Kirchen, Theater und Museen. Wir machten einen Rundgang im Zentrum in einer schönen Fußgängerzone und bewunderten die prächtigen Fassaden. Im Eingang zum alten Rathaus hängt der "Brünner Drache" (rechts) und vom Turm des alten Rathauses hat man einen herrlichen Rundblick über die ganze Stadt.

Nach einer kurzen Erfrischungspause in einem Straßencafe war es höchste Zeit zum Bus zurückzukehren und den nächsten Tagesordnungspunkt zu erledigen.

Weitere Bilder zur Stadtbesichtigung

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Drasov

Auf der Rückfahrt von Brünn besichtigten wir das Werk Drasov.
Hier werden Hoch- und Niederspannungs-Asynchronmotoren von 0,2 bis 3 MW sowie Synchrongeneratoren bis 5,5 MVA gefertigt. Das Werk besteht seit über 90 Jahren, es wurde 1994 von Siemens gekauft und gehört zu A&D LD. Herr Kläring war hier Werkleiter und konnte uns einiges aus der Entwicklung berichten. Die Renovierung ist noch nicht abgeschlossen, es wird weiter gebaut und repariert. Die Fertigungstiefe ist beeindruckend, hier gibt es eine Giesserei, die Bleche werden hier gestanzt und gepackt. Wir konnten auch die wohlbekannte Stegwellenfertigung wiedersehen.

Zum Abschluß gab es in der Werkskantine ein Mittagessen.

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Das Fussballturnier

Um 15 Uhr traten alle Mannschaften zur Begrüßung an.


Herr Kytner begrüßt die Teilnehmer, sieben Mannschaften aus verschiedenen Siemens- Standorten in Tschechien und die Berliner Gäste.

Miss "Schlabberhose Brno 2003" verkündet, dass sie schwitzende Männer in kurzen Hosen echt süß finde und dass sie bei der Siegerehrung Küßchen verteilen wird, was die Mannschaften mit freudigem Beifall quittieren.

Unsere Mannschaft in neuen Trikots, die von der Firma Trebes & Henning (Arbeitsschutzartikel) gestifteten wurden.
Sieht das Team nicht schmuck aus?

Es wurde auf zwei Kleinfeldern mit sechs Feldspielern und einem Torwart gespielt. Auswechselung war jederzeit fliegend möglich (wenn man genügend Spieler hatte!).
Jeder hatte sieben Spiele à 15 Minuten zu bestreiten. Es begann für uns gleich mit einem Doppelschlag, zwei Spiele hintereinander. Danach war immer ein Spiel Pause zwischen den Einsätzen.

Weil wir im Gegensatz zu den anderen Mannschaften kaum auswechseln konnten, war es ein harter Kampf. Die kurzen Pausen waren für Regeneration und taktische Planungen dringend nötig, so konnten die Spiele alle offen gestaltet werden, eines wurde sogar gewonnen und eines ging unentschieden aus.
Der Plan, mit dem letzten Spiel den zweiten Platz zu erkämpfen scheiterte leider durch ein tragisches Eigentor. Angesichts der oft weit jüngeren und eingespielten Teams war das Abschneiden recht achtbar, wir wollten uns als höfliche Gäste auch nicht in den Vordergrund drängen.
Gegen Ende des Turniers zog ein Gewitter auf. Da wir bei den letzten beiden Ansetzungen spielfrei waren, waren wir vom Regen wenig betroffen.
Weitere Bilder zum Turnier

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Siegerehrung

 
beim Spachteln
Nach dem Turnier wurde in der von Besuchern und Teilnehmern gut gefüllten Gaststätte nebenan Essen und Trinken ausgegeben. Wir waren mit Gutscheinen versorgt und bei einheimischer Livemusik wurden Leib und Seele aufgefrischt.
Die Siegerehrung erfolgte im Festsaal der Gaststätte. Alle Mannschaften erhielten neben dem Pokal einen Karton Bier überreicht. Unser Sportkamerad A.Schmidt durfte dann aus der Hand der Miss "Drasov und Umgebung" den Pokal für den vorletzten Platz in Empfang nehmen - das war genauso schön, als ob es der Siegerpokal gewesen wäre.
Nach der Siegerehrung ging es ins Hotel und abends in die Disco nach Brünn. Die Aussagen über diese Veranstaltung gehen aber weit auseinander, so dass man nichts gesichertes darüber aussagen kann. Es ist auf jeden Fall sehr früh geworden, so dass die Abfahrt am nächsten Morgen nicht ganz pünktlich erfolgen konnte...

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Schlusswort


Zum Abschluss gilt unser herzlichster Dank Herrn Kläring, der die Reise ermöglicht hat und uns vor Ort betreut hat. Er hat nicht nur die Besichtigung von Brünn organisiert und die Werksbesichtigung in Drasov, er hat auch im Turnier von der ersten bis zur letzten Minute mitgekämpft. Die Besichtigung von Prag auf der Rückfahrt hatte er auch arrangiert, die müden und erschöpften Fussballerbeine konnten oder wollten nicht mehr - so fiel dieser Programmpunkt aus.

Wir bedanken uns auch bei den Herren Kytner und Baldauf vom Drasover Werk, die uns freundlich aufgenommen haben. Sie haben uns das Werk gezeigt und in der Kantine verköstigt. Daneben haben sie sich herzlich um uns gekümmert, solange wir dort waren.


 

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Reporter: Ramon Zorn
Stand: 29. Januar 2005.